Bertelsmann und unsere Hochschulen
Wolfgang Lieb, einer der Betreiber der von mir sehr geschätzten NachDenkSeiten (www.nachdenkseiten.de), hat an der Fernuniversität Hagen einen einstündigen Vortrag gehalten mit dem Thema: "Drahtzieher hinter den Kulissen – der Einfluss des Bertelsmann-Konzerns auf die Hochschulen."
Sollte man als Interessierter lesen. Hier ein kleiner Auszug:
Sollte man als Interessierter lesen. Hier ein kleiner Auszug:
Das CHE firmiert als eine private und als gemeinnützig anerkannte GmbH. Der Jahresetat beläuft sich nach eigenen Angaben auf über 3 Millionen Euro und wird überwiegend von der Bertelsmann Stiftung finanziert. Das „CHE“ nennt sich eine „unabhängige Denkfabrik“. Sein bisheriger Leiter, Detlef Müller-Böling, hat sich inzwischen zum „informellen“ Bundesbildungsminister der Republik aufgeschwungen.Direktlink: http://www.nachdenkseiten.de/?p=3514#more-3514
Klugerweise nahm das CHE die damals ohne jeden Apparat und ohne großen institutionellen Einfluss auf die Hochschulpolitik agierende, aber um so standesbewusstere Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit ins Boot, und so veröffentlichen das CHE und die HRK seither ihre hochschulreformerischen Lösungskonzepte unter einem gemeinsamen Kopfbogen. So verschaffte sich Bertelsmann vor allem über die Hochschulleitungen ein einigermaßen unverdächtiges Entree in die Hochschulen. Die Rektoren wurden mit dem Versprechen geködert, dass sie künftig mehr Macht an den Hochschulen bekommen sollten. Welcher Rektor, der sich künftig „Präsident“ oder „Vorstandsvorsitzender“ nennen durfte, konnte sich den Verlockungen der Macht entziehen.
In der Hochschul-„Reform“-Politik der zurückliegenden zwei Jahrzehnte lässt sich der politische Leitbildwechsel in unserer Gesellschaft wie in einem Brennglas beobachten. Nämlich wie die gegen die Herrschaft von Kirche und Königsthronen seit der Aufklärung erkämpfte „Freiheit von Forschung und Lehre“ über den Einfluss finanzstarker Verbände und Lobbyorganisationen und durch die massive Beeinflussung von Politik und der öffentlichen Meinung mehr und mehr der neoliberalen Ideologie und damit auch der Einflusssphäre wirtschaftlicher Interessen unterworfen wurde.
indylaa - 16. Oktober, 19:38

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