Studieren stinkt und ist toll.
Hier ein etwas älterer Beitrag, der irgendwo auf meiner Platte herumflog. Er ist auch etwas drastisch. Vielleicht war ich von einigen Bieren so euphorisch und aufgebracht. Wer weiß das schon? Viel Spaß beim Lesen.
Naja, und dann ist eigentlich nur wieder das Semester vorbei und danach kommt das Nächste. Hoffentlich kommt danach denn endlich das Letzte, denn langsam nervt mich auch irgendwie das Studentenleben. Andere Freunde haben ihre Ausbildung fertig oder ihr Studium beendet und verdienen nun ordentliches Geld, fahren in den Urlaub, kaufen sich teure Dinge, die ich auch gerne hätte.
Viele neue Klamotten, eine neue Brille, Kontaktlinsen, einen neuen Football, ein schöner, stabiler Schreibtisch, mit ein paar Schubladen, die ich mit Müll füllen kann. Dann ein zweites Fahrrad, was ich für die Stadt gebrauchen kann, weil mein Mountainbike mir zu lieb und teuer ist. Ein paar Tage Berlin, dann Leipzig, Dresden, München, Wien, zurück nach Nürnberg, Köln, Aachen, Amsterdam und wieder heim nach Bremen. Die Digi-Cam voll mit Bildern. Ein neuer Kleiderschrank, ein paar schöne Pflanzen, ein TV in "Porno-Größe", einen Gamecube mit Mario Kart. Ja nun, wenn man so ein bisschen technikinteressiert ist, dann noch eine Center-Box für die Musikanlage. Fünf-Punkt-Eins soll es sein. Ein neuer Rechner, samt TFT, mit dem ich dann Crysis spielen kann. Ein größer Kühlschrank mit mehr Kapazität, mehr DVDs für ein neues Regal, mehr Bücher für meinen Kopf, mehr CDs für den Player und während ich diese Liste schreibe, fällt mir immer wieder Trainspotting ein. Pervers großer Fernseher? Bald bin ich so wie ihr.
Heißt es also nun, dass man sich auf alles eben Aufgezählte freuen kann nach dem Studium? Wer weiß, wohin es mich zieht, schließlich habe ich noch 18 Monate Referendariat vor mir und hierbei verdient man sich keine goldene Nase. Und erstmal muss man ja einen Platz bekommen und aus Bremen will ich eigentlich nicht weg.
Und danach eine feste Stelle in der Schule oder was? Vielleicht sind meine Noten ja so gut und mein Verlangen nach mehr Bildung immer noch ungestillt und ich hege insgeheim den Wunsch, einen Doktor draufzusatteln? Oder erstmal einige Jahre Praxis? Dabei ist die Zeit so kurz, wenn ich in der Regelstudienzeit bleibe, nur noch ein Jahr, denn wäre fast alles schon vorbei.
Dann schlafe ich höchst selten bis 11 Uhr mittags, schreibe nicht mehr um diese Uhrzeit Blog-Einträge oder an Uni-Sachen. Keine Ideen mehr, die mich zu nachtschlafender Zeit wach halten oder mich zwingen, einige Zeilen in die Tastatur zu tippen. Kein Klischee-Student mehr, der dienstags in der Punk-Disco versackt und am nächsten Tag die Vorlesung oder das Seminar schwänzt, weil er nen Schädel hat. Dann trauere ich dem gemütlichen Leben hinterher, was man als Student durchaus hat. Ich beschwere mich über die viele Zeit, die für den Job draufgehen, wie mich die Schüler vielleicht nerven und am Wochenende nur noch wenig mit mir los ist.
Was mich kurzzeitig zu dem Schluss bringt, das studieren eigentlich schon ne geile Zeit ist. Ein Freund erzählte mir, wie er in den siebziger Jahren mit dem Roller quer durch Deutschland fuhr, Partys feierte und sich halb Europa anschaute mit seinen Freunden. Die Hausarbeiten schrieb er dann in kurzen Nächten fertig.
Anfangs hatte ich keine Ahnung, wo das GW1 Gebäude war und ein Bremen4-Reporter sprach mich an und fragte, wie es mir als Ersti so gehen würde. "Ich heiße Alfred und hab keine Ahnung, wo das GW1 ist. Seh ich so verplant aus, dass man mich direkt erkennt?“ Ein anderer Student half mir aus der Patsche und ich kam prompt ins Radio. Zur Vorstellung der Lehrenden kam ich 45 Minuten zu spät. Mittlerweile kenne ich die verschlungensten Wege in manchen Gebäuden und bilde mir ein, sogar bestimmte Abkürzungen zu kennen oder die ruhigsten Toiletten zum scheißen. Was war ich froh, als ich endlich den C-Trakt im NW2 gefunden hatte, heute weiß ich, wo es in dem Haus auch Blankoscheine gibt; man weiß, an welchen Tagen die Mensa nicht so voll ist und wann die Schlange am längsten; am Freitag gibt’s Fisch, Mittwochs vegetarisch, das Weihnachtsessen ist gut.
Wie sehr man also abschweifen kann, wenn man kurz nur reüssiert und resümiert, das, was hinter einem liegt, nur kurz in die Erinnerung ruft und gleichzeitig weiß, dass morgen bestimmt ein guter Tag wird, weil dort zwei Seminare sind, die einem gefallen. Blickt man allerdings noch weiter in die Zukunft, dann stehen im Februar zwei Examensklausuren an, ich stehe unter Druck, sie zu bestehen, weil ich letztes Semester eine versemmelt habe, dann kommen vier Hausarbeiten, die ich gerne fertigstellen will, weil ich dann im achten Semester nur noch 3 Leistungsscheine machen muss und darüber bin ich wiederum ziemlich froh. Es wird schon einerseits und andererseits muss es einfach, weil ich diese vier beziehungsweise fünf Jahre nicht verschenken will. Blöd, wenn man der erste in der Familie mit Abitur ist und ein Studium begonnen hat. Blöd, wenn man finanziell so wunderbar unterstützt wird und am anderen Ende nichts dabei herauskommt.
Aber es wird schon, denn ich will und muss und habe gerade tierisch bock. So schnell kann die Stimmung umschwenken. Vielleicht ist sie ja morgen wieder ganz anders und der Tag wird doch nicht so toll. Wer weiß das schon. Genug geschwafelt.
Naja, und dann ist eigentlich nur wieder das Semester vorbei und danach kommt das Nächste. Hoffentlich kommt danach denn endlich das Letzte, denn langsam nervt mich auch irgendwie das Studentenleben. Andere Freunde haben ihre Ausbildung fertig oder ihr Studium beendet und verdienen nun ordentliches Geld, fahren in den Urlaub, kaufen sich teure Dinge, die ich auch gerne hätte.
Viele neue Klamotten, eine neue Brille, Kontaktlinsen, einen neuen Football, ein schöner, stabiler Schreibtisch, mit ein paar Schubladen, die ich mit Müll füllen kann. Dann ein zweites Fahrrad, was ich für die Stadt gebrauchen kann, weil mein Mountainbike mir zu lieb und teuer ist. Ein paar Tage Berlin, dann Leipzig, Dresden, München, Wien, zurück nach Nürnberg, Köln, Aachen, Amsterdam und wieder heim nach Bremen. Die Digi-Cam voll mit Bildern. Ein neuer Kleiderschrank, ein paar schöne Pflanzen, ein TV in "Porno-Größe", einen Gamecube mit Mario Kart. Ja nun, wenn man so ein bisschen technikinteressiert ist, dann noch eine Center-Box für die Musikanlage. Fünf-Punkt-Eins soll es sein. Ein neuer Rechner, samt TFT, mit dem ich dann Crysis spielen kann. Ein größer Kühlschrank mit mehr Kapazität, mehr DVDs für ein neues Regal, mehr Bücher für meinen Kopf, mehr CDs für den Player und während ich diese Liste schreibe, fällt mir immer wieder Trainspotting ein. Pervers großer Fernseher? Bald bin ich so wie ihr.
Heißt es also nun, dass man sich auf alles eben Aufgezählte freuen kann nach dem Studium? Wer weiß, wohin es mich zieht, schließlich habe ich noch 18 Monate Referendariat vor mir und hierbei verdient man sich keine goldene Nase. Und erstmal muss man ja einen Platz bekommen und aus Bremen will ich eigentlich nicht weg.
Und danach eine feste Stelle in der Schule oder was? Vielleicht sind meine Noten ja so gut und mein Verlangen nach mehr Bildung immer noch ungestillt und ich hege insgeheim den Wunsch, einen Doktor draufzusatteln? Oder erstmal einige Jahre Praxis? Dabei ist die Zeit so kurz, wenn ich in der Regelstudienzeit bleibe, nur noch ein Jahr, denn wäre fast alles schon vorbei.
Dann schlafe ich höchst selten bis 11 Uhr mittags, schreibe nicht mehr um diese Uhrzeit Blog-Einträge oder an Uni-Sachen. Keine Ideen mehr, die mich zu nachtschlafender Zeit wach halten oder mich zwingen, einige Zeilen in die Tastatur zu tippen. Kein Klischee-Student mehr, der dienstags in der Punk-Disco versackt und am nächsten Tag die Vorlesung oder das Seminar schwänzt, weil er nen Schädel hat. Dann trauere ich dem gemütlichen Leben hinterher, was man als Student durchaus hat. Ich beschwere mich über die viele Zeit, die für den Job draufgehen, wie mich die Schüler vielleicht nerven und am Wochenende nur noch wenig mit mir los ist.
Was mich kurzzeitig zu dem Schluss bringt, das studieren eigentlich schon ne geile Zeit ist. Ein Freund erzählte mir, wie er in den siebziger Jahren mit dem Roller quer durch Deutschland fuhr, Partys feierte und sich halb Europa anschaute mit seinen Freunden. Die Hausarbeiten schrieb er dann in kurzen Nächten fertig.
Anfangs hatte ich keine Ahnung, wo das GW1 Gebäude war und ein Bremen4-Reporter sprach mich an und fragte, wie es mir als Ersti so gehen würde. "Ich heiße Alfred und hab keine Ahnung, wo das GW1 ist. Seh ich so verplant aus, dass man mich direkt erkennt?“ Ein anderer Student half mir aus der Patsche und ich kam prompt ins Radio. Zur Vorstellung der Lehrenden kam ich 45 Minuten zu spät. Mittlerweile kenne ich die verschlungensten Wege in manchen Gebäuden und bilde mir ein, sogar bestimmte Abkürzungen zu kennen oder die ruhigsten Toiletten zum scheißen. Was war ich froh, als ich endlich den C-Trakt im NW2 gefunden hatte, heute weiß ich, wo es in dem Haus auch Blankoscheine gibt; man weiß, an welchen Tagen die Mensa nicht so voll ist und wann die Schlange am längsten; am Freitag gibt’s Fisch, Mittwochs vegetarisch, das Weihnachtsessen ist gut.
Wie sehr man also abschweifen kann, wenn man kurz nur reüssiert und resümiert, das, was hinter einem liegt, nur kurz in die Erinnerung ruft und gleichzeitig weiß, dass morgen bestimmt ein guter Tag wird, weil dort zwei Seminare sind, die einem gefallen. Blickt man allerdings noch weiter in die Zukunft, dann stehen im Februar zwei Examensklausuren an, ich stehe unter Druck, sie zu bestehen, weil ich letztes Semester eine versemmelt habe, dann kommen vier Hausarbeiten, die ich gerne fertigstellen will, weil ich dann im achten Semester nur noch 3 Leistungsscheine machen muss und darüber bin ich wiederum ziemlich froh. Es wird schon einerseits und andererseits muss es einfach, weil ich diese vier beziehungsweise fünf Jahre nicht verschenken will. Blöd, wenn man der erste in der Familie mit Abitur ist und ein Studium begonnen hat. Blöd, wenn man finanziell so wunderbar unterstützt wird und am anderen Ende nichts dabei herauskommt.
Aber es wird schon, denn ich will und muss und habe gerade tierisch bock. So schnell kann die Stimmung umschwenken. Vielleicht ist sie ja morgen wieder ganz anders und der Tag wird doch nicht so toll. Wer weiß das schon. Genug geschwafelt.
indylaa - 23. April, 12:55

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