Brandeins über die Maddie-Werbung in Titanic und warum Journalisten über unwichtige Dinge berichten
Der Journalist Jens Bergmann hat sich mal mit der vergangenen Hetz-Kampagne der Medien gegen die Maddie-Satire in der Titanic auseinandergesetzt und lässt dabei kein gutes Haar an seinen schreibenden Kollegen.
Ich hatte ja bereits schon mal in einem Eintrag darauf hingewiesen, dass Medien sich gerne auf Themen werfen, die an einem Tag wichtig sind, am folgenden Tag aber nicht mehr von Bedeutung sein könnten. Oder aber: man bastelt sich Nachrichten zusammen, schreibt die Überschriften hetzerischer und polarisiert noch mehr, damit sogar irgendein dämlicher Scheiß zur Titelzeile hochstilisiert wird.
Hier einige Ausschnitte:
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Ich hatte ja bereits schon mal in einem Eintrag darauf hingewiesen, dass Medien sich gerne auf Themen werfen, die an einem Tag wichtig sind, am folgenden Tag aber nicht mehr von Bedeutung sein könnten. Oder aber: man bastelt sich Nachrichten zusammen, schreibt die Überschriften hetzerischer und polarisiert noch mehr, damit sogar irgendein dämlicher Scheiß zur Titelzeile hochstilisiert wird.
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"Dummerweise gibt es aber mittlerweile ein Missverhältnis zwischen solchen spektakulären Ereignissen und den Seiten und Sendeplätzen, die gefüllt werden wollen. Deshalb neigen Journalisten zur Übertreibung: Jede inhaltliche Kontroverse zwischen Politikern wird zum Skandal aufgeblasen, jede Grippewelle zur drohenden Pandemie, jedes Umweltproblem zur Katastrophe. Weil dieser Dauer-Alarm abstumpft, wird der Regler immer höher gedreht."
"So entließ der Zeitschriftenverlag Time Inc. ("Time", "Fortune"), eine Tochter des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, vor einiger Zeit Hunderte Journalisten, darunter die Reporter Donald Barlett und James Steele. Die beiden sind herausragende investigative Journalisten und wurden mehrfach ausgezeichnet, allein zweimal mit dem Pulitzer-Preis. Offizielle Begründung für die Entlassung: Die zwei seien zwar gut, aber zu teuer. Wenige Tage später wurde bekannt, dass derselbe Verlag die exklusiven Bildrechte am Baby von Angelina Jolie und Brad Pitt gekauft hatte. Kostenpunkt: vier Millionen Dollar."
"So brachte das Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung" vor einiger Zeit eine fulminante Besprechung des Douglas-Sirk-Films "In den Wind geschrieben" aus dem Jahr 1956. Wer sich das Werk dann zu beschaffen versuchte, erfuhr, warum die Redaktion einer Qualitätszeitung diesen mehr als 50 Jahre alten Streifen so in den Himmel gehoben hatte: Er wird in der Cinemathek des Süddeutschen Verlags vermarktet. Darüber kein Wort im Text."Lesen bitte!
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indylaa - 2. Februar, 00:55

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