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Die 2 Tage Woche – Ein modernes Gesellschaftskonzept.

Der Gastautor Grillmaster Flash hat ein neues, in seinen Augen modernes, Gesellschaftskonzept entwickelt, welches er hier nach und nach veröffentlicht. "Endlich wird mir das Sprachrohr zur Verfügung gestellt, dass meine genialen Ideen der Welt zugänglich macht," schrieb er mir gerade. Nächsten Dienstag gibt es dann den zweiten Teil. Viel Vergnügen.

I. Vorwort
Sommer 2003. Wie so viele Tage in diesen Monaten ist in Deutschland ein herrliches Wetter. Jeder neue Tag bringt strahlenden Sonnenschein und das Leben gedeiht prächtig bei ca. 25°C im Schatten. Blumen blühen, Vögel sitzen auf Bäumen und geben ihrem Nachwuchs Futter.

Heute ist Dienstag. Frank Schultze sitzt wie jeden Werktag um diese Zeit in seinem Büro am Schreibtisch. Er ist Versicherungsangestellter bei einer, aus verständlichen Gründen nicht namentlich genannten, Krankenkasse. Der Vormittag ist beinahe geschafft, kurz vor Mittagspause. Eine halbe Stunde hat er dann Zeit sich entweder ein Baguette zu bestellen oder in der kleinen Küche links neben dem Herrenklo schnell eine 5-Minuten-Terrine zuzubereiten.
Schon gestern hatte er keine Lust ins Büro zu kommen und dem trockenen Alltag wieder von vorne ins Gesicht sehen zu müssen. Zumal es am Wochenende mal wieder sehr hart zuging, er ist ja auch grade erst 28 geworden; da ist man ja in der Regel noch immer in ganz guter körperlicher Verfassung zum Feiern. Wie dem auch sei, selbst heute, am Dienstag, liegt ihm das Stadtfest vom letzten Samstag noch in den Knochen. Auch nicht verwunderlich, denkt er, wenn man nur den Sonntag Zeit hat sich zu regenerieren. So ein Mist!

Rainer Knochenhauer, 41 Jahre alt, von Beruf KfZ-Meister. Seit noch nicht allzu langer Zeit betreibt er selbstständig eine Werkstatt, die, zugegebenermaßen, etwas besser laufen könnte. Okay, es sieht zwar nicht so schlecht aus für den Ehemann und Familienvater von 2 Kindern, aber die viele Arbeit, die ihm seit seiner Selbstständigkeit zu Lasten geworden ist, könnte eigentlich das doppelte an Ertrag und Wohlstand bringen, als es momentan der Fall ist. Viel Schreibarbeit und dazu noch die tägliche handwerkliche Schufterei im Betrieb machen ihm schon etwas das Leben schwer und seine Frau, die u.a. eine 4 jährige Tochter und einen 10 jährigen Sohn angemessen bemuttern muss, kann natürlich auch nicht allzu viel Arbeit abnehmen, die im Büro noch so anfällt. Was Herr Knochenhauer übrigens nicht weiß, ist, dass die geliebte Frau ein Verhältnis mit dem verhassten 2-Häuser-weiter-Nachbarn, Herrn Heinze, hat. Heute ist Dienstag, alltäglicher Kundenverkehr...

200 m die Straße runter, dann die Kreuzung rechts ca 500 m bergab und dann links in die Sörgelstr. wird zur Zeit der Fußweg neu gepflastert. Michael Pingel ist seit ein paar Wochen Lehrling, er will Straßenbauer werden. Heute am Dienstag sind es angenehme 25°C im Schatten (in der Sonne, wo sich die Baustelle die meiste Zeit des Tages befindet, ungefähr 32°C) und kurz vor Mittagspause. Der 16-jährige ist überhaupt nicht bei der Sache. Er kriegt auf Grund dessen öfters mal einen lauteren Zuruf seines Chefs zu hören, der mächtig im Zeitdruck ist, weil er und seine 4-Mann Firma in letzter Zeit gegen die Konkurrenz größerer, leistungsfähigerer und vor allem billigerer Firmen kaum noch behaupten können. Das bereitet Sorgen, die Michael jedoch weniger interessieren, denn er denkt hauptsächlich an seine neue Freundin, die er vor 2 Wochen in einer zweitklassigen Discothek kennengelernt hat. Er würde alles geben um jetzt mit der, wie er findet, extrem attraktiven Schöpfung der Natur in ein Eiscafé zu gehen oder einfach nur auf der großen Parkwiese, die ganz nebenbei nur 5 Minuten von seiner Wohnung entfernt liegt, den schönen Sommertag zu genießen. Nur kaum möglich, wenn man diesen bis 17 Uhr auf der Baustelle verbringt, 5 Tage lang, von Montag bis Freitag... Und heute ist erst Dienstag.

Drei unterschiedliche bürgerliche Personen, verschiedensten Alters und vollkommen unterschiedlicher Herkunft haben Sie, lieber Leser, jetzt oberflächlich kennengelernt. Was Sie jedoch noch nicht wissen ist, dass alle drei just in diesem Augenblick- Dienstag, kurz vor der Mittagspause- genau den selben Gedanken haben:
„Wozu mache ich das hier alles???“
„Warum muss ich auf die schönen Sachen so oft verzichten und statt dessen unangenehme Dinge tun, auf die ich keine Lust habe?“
„Wieso höre ich von so gut wie allen meinen Freunden, dass sie ebenfalls keine Lust auf so viel Arbeit haben und dann tut keiner was dagegen??“

Sicherlich kommt vielen von Ihnen diese Art von Gedankengängen erstaunlich bekannt vor und ich kann Ihnen sagen, das ist überhaupt nicht schlimm! Ich selbst wurde an eben jenen besagten Dienstag, kurz vor der Mittagspause, schwerstens damit konfrontiert. Allerdings war ich zu der Zeit weder berufstätig noch arbeitslos oder in den schulischen Alltag eingebunden. Ich befand mich allerdings auf einem Einführungsseminar für meinen bevorstehenden Bundeswehr-Ersatzdienst und hatte offensichtlich, bzw. zum Glück, genug Zeit um mir die Theorie von einer stressfreieren, liebevolleren und nicht zuletzt besseren Gesellschaft auszudenken.

Die Rede ist von der 2-Tage-Woche. Eine Form zivilisierten Lebens, welches in der Menschheitsgeschichte noch nicht nachgewiesen werden konnte und somit absolut revolutionär ist. Um es allerdings in die Praxis umzusetzen bedarf es viel Geduld und vor allem Verstand und Menschenkenntnis.

Ich habe in diesem Buch alle Ideen und grundsätzlichen Fragen und Probleme zu diesem System in XX Kapiteln zusammengefasst und kommentiert, so dass Sie, falls Sie Anhänger einer revolutionären Gruppe oder bereits Mitglied einer Regierung oder gar Staatsoberhaupt eines Landes/bzw. Landstriches sind, nur noch alles von mir vorgegebene in die Tat umsetzen müssen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schon einmal viel Erfolg!

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