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Bücher und so weiter - Teil I

Wenn ich mir – sei es für Geschichte oder Germanistik – Bücher kaufe, freue ich mitunter, dass die in Seminaren verwendete Literatur nicht übermäßig teuer ist. Das Höchste der Gefühle waren der Grammatik-Duden, Reclams Literaturlexikon und ein fast unbenutztes Wörterbuch für Mittelhochdeutsch.
Sicher, die lieben Mediziner oder Biologen geben gerne für ihre Fachbücher über 50-70 Euro aus, was aber nicht bedeutet, dass es dieses in meinen Fächern nicht gibt. Diverse Lexika für deutsche Literatur fangen bei 50 Euro erst an, Fachliteratur mit Hardcover oder bebilderte Ausgaben schlagen oftmals, auch je nach Umfang, mit 50-80 Euro zu buche.
Die Taschenbuchausgabe von Kershaws zweibändiger Hitler-Biografie, eins der Standardwerke, hat mit seinen über zweitausend Seiten einen Preis von ca. 50 Euro. Die gebundene Ausgabe von Joachim Fests Hitler-Bio kostet 25 Euro, im Gegensatz zur Spiegel-Edition mit ca. 10 Euro.

Bedenkt man, was in den Bibliotheken für Werke stehen, kann man sich ausrechnen, was neue Anschaffungen für Kosten mit sich ziehen, von den ganzen Zeitschriften und Online-Ausgaben mal abgesehen.

Einige Studenten behelfen sich hierbei mit den unzähligen und einschlägigen Internetportalen, die Bücher gebraucht zu einem Spottpreis anbieten. Eine Kollegin erstand eine Originalausgabe von Gerhart Hauptmanns „Hanneles Himmelfahrt“ in Frakturschrift für schlappe drei Euro. Ein Betrag, der den wirklichen Wert der Ausgabe weit unterbietet würde ich mal behaupten.

Auf meiner Seite versuche ich, soweit mich die Literatur interessiert und ich das Seminar ebenfalls gut finde, soviel an benötigter Literatur zu erstehen, wie mein finanzieller Rahmen es zulässt. Kurz gefasst: Ich besitze liebend gerne die Bücher, die man in den Veranstaltungen bespricht bzw. diskutiert. Oft habe ich mir auch schon Bücher nachgekauft, die ich mir in der Bibliothek geliehen hatte, nur weil ich sie so gut fand und mir dachte, dass ich sie später sicherlich brauchen könnte. Manchmal sind dies auch Bücher aus der Schulzeit, die damals in den Müll gewandert sind. Selbstverständlich tut mir dies heute leid, obwohl bei „Nathan der Weise“ bin ich mir da nicht so sicher... Den Schimmelreiter musste ich jedoch aufgrund eines Seminars neu erstehen und, obgleich er mir in der neunten ziemlich Missfiel, las ich das Buch in zwei Stunden durch und war hin und weg.

Mein Regal füllt sich also kontinuierlich mit verschiedenen Werken. Sei es nun Hardcover, vereinzelt auch gebundene Ausgaben oder die farblich hervorstechenden gelben Bücher von Reclam. Ich finde es zum Teil sehr blöd, wenn man sich die Textstellen aus Büchern nur herauskopiert und damit seine Ordner füllt. Klar, Aufsätze aus Zeitschriften gehören hier vielleicht nicht dazu, ebenso Texte bzw. Quellen aus dem Netz, aber Bücher machen sich einfach besser im Regal. Finde ich.
Mein Schuhkarton für Fachaufsätze hat noch einen überschaubaren Rahmen, die Ordneranzahl ist allerdings doch recht groß. Ein Seminar hat sogar einen eigenen Ordner, weil wir ca. 14 Aufsätze hatten, also in jeder Veranstaltung einer.

Heute erst kaufte ich mir gleich zwei Bücher und widerstand gleichwohl drei Anderen, die von mir gekauft werden wollte. Hierbei habe ich mir auch angewöhnt, dass ich mir vorher Rezensionen der Bücher anschaue um mögliche (fatale) Fehlkäufe auszuschließen. Ein Quellenband über die Nürnberger Prozesse kam bei der Kritik schlecht weg, vorher kam ich zum gleichen Urteil, freilich zu spät um es umzutauschen, über 20 Euro weg...

Trotzdem gibt es für jeden sicherlich verschiedene Autoren, bei denen man bedenkenlos zugreifen kann. Im Fach Geschichte ist dies im Moment bei mir Götz Aly, der mit seinen Büchern über das Dritte Reich die Forschung aufmischt, weil sie einfach eine unkonventionelle Herangehensweise haben und der Autor damit gestandenen Historikern auf der Nase herumtanzt.
Nach „Volkes Stimme“, was unter Mithilfe von Studenten in einem Seminar entstanden ist, habe ich mir jetzt die erweiterte Ausgabe von „Hitlers Volksstaat“ gekauft und bin, soweit ich gelesen habe, beeindruckt. Leider kommt dank Aly nun der Herr Eugen Kogon mit seinem Standardwerk „Der SS-Staat“ ein bisschen zu kurz...
Zum Schluss eine kleine Liste von Literatur für Geschichte, die ich für empfehlenswert halte:

Ian Kershaw, Hitler 1889-1936, Stuttgart 1998.
Ian Kershaw, Hitler 1936-1945, Stuttgart 2000.
Joachim Fest, Hitler – Eine Biographie, 8. Aufl.,Berlin 2006.
Joachim Fest, Ich nicht : Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend, Reinbek 2006.
David Clay Large, Hitlers München : Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung, München 1998.
Eugen Kogon, Der SS-Staat : das System der deutschen Konzentrationslager, München 1980.
Götz Aly, Volkes Stimme, Frankfurt am Main 2006.
Götz Aly, Hitlers Volksstaat, durchges. und erw. Aufl., Frankfurt am Main 2006.
Patrick Geary, Die Merowinger, München 1996.
Jürgen Reulecke, Geschichte der Urbanisierung in Deutschland, Frankfurt am Main 1985.
Eine Liste für deutsche Literatur kommt am Wochenende.

*Auch wenn es sich nun ein wenig so anhört, aber mein Interesse gilt auch einer anderen Zeit, als der des dritten Reiches.
kaddel (Gast) - 27. Juni, 13:22

Ergänzung

Aust, Stefan: Der Baader Meinhof Komplex, München 1998.

Christ, Karl: Hannibal, 2003 Darmstadt.


Nur so zur Erweiterung deiner Liste ;). Mit den obrigen bin ich einverstanden! ;)

lg

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