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Mittwoch, 21. November 2007

Die 2 Tage Woche - Kapitel I (Teil II)

Der beliebte Gastautor Grillmaster Flash, seines Zeichens der Konstrukteur eines "neuen und modernen Gesellschaftskonzeptes" befasst sich in seinem ersten Kapitel mit Gott, Genisis, Feiertagen und bringt diese Aspekte in Einklang mit seiner Idee. Viel Spass also.

Was wäre wenn....

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer... Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht...
Am zweiten Tag schuf er dann Wasser, Land, Bäume, Gras, den Mond, unzählige Sterne, Getier wie zum Beispiel Walfische, Vögel oder Maikäfer und als Krone seines Schaffens den Menschen, sowie seine ersten Fernsehprogramme. Und er sah dass das alles gut war. Er segnete das Ganze, auf dass alles Leben sich vermehren und auch sonst alles prächtig werde.
Anschließend machte er fünf Tage Pause um in aller Ruhe seine gelungene Arbeit zu bewerten und letztendlich für gut befinden zu können.“

Tja, liebe Leserinnen und Leser, wenn die ersten Zeilen des 1.Buch Mose im Alten Testament der Bibel so geschrieben worden wären, dann würden wir heute nicht nur Unmengen an Papier, die für die Genesis unverantwortlich verschwendet wurden und werden, sparen, was unsere geschundene Umwelt erheblich entlasten könnte- nein, das menschliche Leben, wie wir es heute kennen, würde überhaupt nicht existieren. Stellen Sie sich das bitte einmal ernsthaft vor!

Die christliche Zivilisation, die ja wahrlich nicht gerade einen kleinen Teil der Erdbevölkerung ausmacht, ist geprägt von einem Wochenzyklus, der sich an dem Vorbild der biblischen Schöpfung seit Jahrtausenden orientiert. Das System der 7 Wochentage basiert allerdings auf einer antiken astronomischen Regel, die mit der Stellung der Planeten, Sonne und Mond zusammenhängt. (Ich werde darauf nicht weiter eingehen, weil es mir zu anstrengend ist.)
Wie man die 7 Wochentage allerdings zu nutzen hat, schreibt uns die Bibel vor. Die Tage eins bis fünf dienen ausschließlich des Schaffens, manche Menschen sind sogar verpflichtet am sechsten Tag ihrer zwanghaften Tätigkeit nachzugehen. Am siebten Tage erst kann sich der Bürger zur Ruhe begeben und seinen Geist auf die schönen Dinge des Lebens besinnen.
Vielen Menschen hat diese Art von Lebensrhythmus über Generationen schweren Schaden zugefügt. Abstumpfung und Elend von Individuen und tiefe Depressionen ganzer Volksgruppen sind die Folge eines vollkommen unmenschlichen Gesellschaftssystems.

Gerade die Bürger der Industriestaaten des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen, physisch und psychisch. In einem Zeitalter in dem die Parole „Höher-Schneller-Weiter“ mehr und mehr zur Lebensphilosophie mutiert, finden Träumereien und gesellige Tätigkeiten nur noch wenig Platz und besonders junge Menschen neigen deshalb zu exzessiven Drogenorgien und dem Abdriften in radikale oder romantische Gruppierungen.

Nun stellt sich nach all der Schwarzmalerei nur noch die Frage: Wer ist daran Schuld?
Wahrscheinlich erwarten Sie jetzt von mir, dass ich die Verfasser der Bibel, in diesem speziellen Fall die der Genesis, für die schlechte Organisation des wöchentlichen Lebens verantwortlich mache, aber mitnichten! Denn immerhin hat das „Buch der Bücher“ einen unabträglichen Einfluss auf unsere Vorstellung von Moral und Ethik genommen - wenngleich man diese in der praktischen Umsetzung zuweilen etwas vermisst -, sowie die Entwicklung unserer Kultur und des Zusammenlebens im Allgemeinen und ich möchte mich ja in meinen Theorien nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen und all diese Tugenden über den Haufen werfen.
Vielmehr ist es mir ein Anliegen, an jeden einzelnen Bürger zu appellieren. Schließlich konnten sich die christlich orientierten Völker in den letzten Jahrhunderten immer weiter von den alten Weltvorstellungen lösen und auch das Bild des biblischen Gottes hat sich gehörig gewandelt. Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten werden von der Masse nicht mehr als religiöse Feste verstanden, sondern mehrheitlich als ein Vorwand für mehr Aufmerksamkeit gegenüber der Verwandtschaft und anderen eng stehenden Mitmenschen verstanden, indem man sich gegenseitig mit teuren Geschenken zu Gefühlsduselei anstachelt, oder dienen der Rechtfertigung für einen - Achtung, ganz wichtig! - zusätzlichen arbeitsfreien Tag.
Mit anderen Worten, religiöse Feste haben in der westlichen Welt kaum noch einen religiösen Sinn, sondern dienen zur generellen Aufwertung des alltäglichen Lebens. Sie geben dem Alltagsleben an sich erst einen Sinn, weil es sich mit dem Ziel eines ausgelassenen Festes oder gemütlichen Tages viel einfacher Unannehmlichkeiten ausführen lässt. Ganz schön geschickt eingefädelt, oder?
Schon Karl Marx sagte einmal sehr treffend „Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht die Menschen“.

Was ich im Endeffekt mit dieser Feststellung sagen will: Die 2-Tage-Woche könnte mit ihren Grundsätzen für viele Menschen als eine Art „Ersatzreligion“ dienen und da es sich ja um ein modernes Gesellschaftsmodell handelt, ist auch eine, zumindest für die monotheistischen Religionen, typische Führungsperson, die als absolutes Vorbild fungiert, nicht zwingend vonnöten. Diese Tatsache hat die logische Konsequenz zum Vorteil, dass man keine höheren Mächte mehr um Vergebung bitten muss, um ihnen anschließend für ihre Güte zu danken, auf dass sie einen von der Schuld befreien, falls man mal Scheiße gebaut hat, was dann auch unangenehme Stressgefühle wie Angst oder Ehrfurcht gar nicht erst entstehen lässt.
Und wer einen freien Kopf hat, der ist eine – eigentlich können Sie das selbst am besten beantworten – zuverlässige Arbeitskraft.

Nachtrag zum Thema Feiertage:
Positiv ist allerdings zu bewerten, dass viele Menschen sich an Feiertagen aber auch ein Herz fassen und einen Teil ihres Vermögens notleidenden Artgenossen in Form einer Spende zukommen lassen; zu diesem Thema komme ich aber später in diesem Buch noch einmal zu sprechen – hoffe ich zumindest...

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